S&P 500 & Shiller-KGV · 1928 – heute
Der Kurs allein sagt nicht, ob der Markt teuer ist – dafür braucht es das Verhältnis von Kurs zu Gewinnen. Hier das Shiller-KGV (CAPE): Kurs geteilt durch den inflationsbereinigten Durchschnittsgewinn der letzten zehn Jahre. Es glättet Konjunkturzyklen und ist der Standard für historische Bewertungsvergleiche.
Datenquellen: Shiller-KGV (CAPE) 1928–2023 nach Robert J. Shiller (Yale, Jahresdurchschnitte der Monatswerte), ab Okt. 2023 multpl.com; S&P-500-Kurse wie im Krisenchart oben. Der aktuelle KGV-Wert wird börsentäglich näherungsweise fortgeschrieben: Der letzte festgeschriebene Wert wird mit der Kursveränderung skaliert – Gewinne ändern sich deutlich langsamer als Kurse, die Näherung ist daher auf Sicht weniger Monate sehr genau. KGV prüfen: multpl.com/shiller-pe.
| Zeitpunkt | Shiller-KGV | Einordnung | Was folgte |
|---|---|---|---|
| Sept. 1929 | 32,6 | Hoch der Roaring Twenties | Weltwirtschaftskrise, −86 % bis 1932; Vorkrisenniveau erst 1954 wieder erreicht. |
| Juni 1932 | 5,6 | Allzeittief | Boden der Weltwirtschaftskrise – wer hier kaufte, verdreifachte sein Kapital in fünf Jahren. |
| Jan. 1966 | 24,1 | Hoch der Nachkriegshausse | 16 Jahre Seitwärtsmarkt; real (nach Inflation) verlor der Index bis 1982 rund zwei Drittel. |
| Juli 1982 | 6,6 | Tief der Hochzinsära | Start des großen Bullenmarkts 1982–2000, der längsten Hausse des Jahrhunderts. |
| Dez. 1999 | 44,2 | Allzeithoch (Dotcom) | −49 % bis 2002; das Kaufniveau von Ende 1999 wurde nominal erst 2007, real erst 2013 nachhaltig überschritten. |
| März 2009 | 13,3 | Tief der Finanzkrise | Längster Bullenmarkt der Geschichte (2009–2020), Kurs verachtfachte sich bis 2026. |
| Nov. 2021 | 38,6 | Hoch der Nullzinsära | Zinswende 2022: −25 % im S&P 500, Bewertungsrückgang auf 27. |
| Heute | 41,2 | Nahe dem Allzeithoch von 1999 | Offen – historisch folgten auf Bewertungen dieser Größenordnung unterdurchschnittliche Langfristrenditen. |
Start-KGV vs. Folgerendite · Startpunkte 1928 – 2013
Jeder Punkt ist ein Monat seit 1928: horizontal das Shiller-KGV zu diesem Zeitpunkt, vertikal die reale Gesamtrendite (inkl. Dividenden, nach Inflation) der darauf folgenden zehn Jahre, annualisiert. Das Muster: Je teurer der Einstieg, desto magerer das folgende Jahrzehnt. Für kurze Zeiträume gilt das nicht – Timing-Signal ist die Bewertung keines.
Eigene Berechnung aus den frei verfügbaren Originaldaten von Robert J. Shiller (Yale, shillerdata.com): Shiller-KGV und realer Total-Return-Index, monatlich; letzter Startpunkt mit vollen zehn Folgejahren: 2013. Die Regressionsgerade erklärt R² = 35 % der Renditeunterschiede seit 1928; in jüngeren Teilzeiträumen (z. B. ab 1985) liegt der Zusammenhang deutlich höher. Vergleichbare Auswertungen: Goldman Sachs Research (Okt. 2024, 10-Jahres-Prognose ~3 % nominal). Die „Heute"-Linie wandert mit dem börsentäglich fortgeschriebenen KGV mit. Wichtig zur Einordnung: Alle Angaben real (nach Inflation) – nominal liegen die Werte rund 2–3 Prozentpunkte höher. Am rechten Rand stützt sich die Gerade auf wenige historische Fälle (nur 25 der 1.029 Startmonate hatten ein KGV über 38, alle 1999/2000); Prognosemodelle wie das von Goldman Sachs kommen dort zu milderen Werten (~3 % nominal). Keine Prognosegarantie: Die Streuung um die Gerade ist erheblich.